AktivitätenBrief der HoffnungBrief der Hoffnung aus dem Diözesanverband Fulda der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands
Kirche ist dort lebendig, wo sich Menschen von der Botschaft des Evangeliums zu ihrem eigenen Mensch-Sein befreien lassen und auf diesem Weg mündig und selbstständig werden und agieren. Kirche lebt dort, wo Männer, Frauen und Kinder diese Botschaft weitersagen und sie vorleben. Hier ahnen, erleben und feiern Menschen Leben in Fülle. Missionarisch Kirche sein - dazu sind wir alle in die Verantwortung gerufen.
Das Leitbild der kfd gibt unter dem Motto „leidenschaftlich glauben und leben“ den Standort und die Zielrichtung wieder, die einen Rahmen bilden für den o.g. missionarischen Auftrag. Als größter katholischer Frauenverband ist die kfd offen für Suchende und Fragende aller Generationen und Religionen. Die bewegende Kraft des Glaubens wird erlebbar gemacht in der Stärkung der Einzigartigkeit von Frauen in ihren jeweiligen Lebenssituationen, in der Weiterentwicklung ihrer Begabungen sowie im Streben nach gerechter Teilhabe von Frauen in der Kirche. Indem die kfd sich engagiert für gerechte, gewaltfreie und nachhaltige Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Einen Welt, ist sie eine starke Partnerin in Kirche und Gesellschaft. In Anlehnung daran hat sich der Vorstand der kfd im Diözesanverband Fulda den Leitgedanken „leidenschaftlich glauben und leben – kfd ein Ort für Frauen“ gegeben. Auf der Diözesanversammlung der kfd am 24./25. September 2010 haben sich in Gesprächen und Diskussionen vier Aspekte eröffnet, die hilfreich sein können bei der Verwirklichung des missionarischen Auftrages.
Der Vorstand hat sich auf vier Maßstäbe geeinigt, die dem zukünftigen Handeln zugrunde liegen sollen: 1. Frauen sind Teil von Kirche. 2. Frauen bestimmen, was sie tun, d.h. sie tragen die Verantwortung für die im Verband getroffenen Entscheidungen. 3. Frauen bringen ihre Erfahrungen und ihr Wissen ein und werden an Entscheidungen und Planungen beteiligt. 4. Frauen setzen sich ein für Geschlechtergerechtigkeit. Wir werden verstärkt projektorientiert arbeiten und Kooperationen mit anderen Verbänden suchen. Ein Beispiel dazu ist die Zusammenarbeit mit dem SKF beim Symposion „Mut tut gut“ – Frauen stärken - Gewalt vermindern. Der Diözesanverband hat die Neuordnung der Dekanate bereits in der Verbandsstruktur verankert. Dafür wurden gewohnte und liebgewordene Formen der Zusammenarbeit aufgegeben, die Frauen mussten sich neu orientieren. Ein besonderes Augenmerk gilt daher zurzeit der Förderung der Kooperation und Kommunikation, z.B. dadurch, dass Dekanatsver-anstaltungen finanziell gefördert und Vorstandsfrauen als Multiplikatorinnen geschult werden. Wir wollen in einen lebendigen Dialog mit allen Verantwortlichen in der Kirche treten. Begeisterung und Lebensfreude in gegenseitiger Wertschätzung können das Miteinander tragen. kfd will sich präsent, öffentlich, sichtbar und hörbar zeigen. Selbstbewusstsein und Toleranz sind Eckpfeiler der Zusammenarbeit im kirchlichen wie im gesellschaftlichen Bereich.
- Mit der Kirche der Zukunft verbinden wir, dass der im Schöpfungsbericht zugrunde gelegte Gedanke der Gleichwertigkeit von Mann und Frau und ihrer gemeinsamen Verantwortung für die Welt verwirklicht wird. Sie legt eine ganzheitliche Sicht des Menschen zugrunde. Eine verantwortungsbewusste Sexualethik nimmt die Fragen der Menschen an und kann ermutigende Antworten geben. Zur Geschlechtergerechtigkeit gehört, dass Frauen und Männer gleichberechtigt ihre Erfahrungen, ihre Sicht und ihre Verantwortung in die Gestaltung von Kirche und Welt einbringen, in den unterschiedlichen Aufgaben und Ämtern der verschiedenen Entscheidungsebenen Leitungspositionen in Haupt- und Ehrenamt sollten verstärkt mit Frauen besetzt werden. Dies gilt es auch mit Blick auf die Teilhabe von Frauen am kirchlichen Amt zu verwirklichen.
- Kirche lädt Menschen ungeachtet ihrer Lebenssituationen ein. Kfd im Bistum Fulda will ein Frauenort in der Kirche sein, offen für Suchende und Fragende. Sie will einen Raum bieten, in dem Frauen mit ganz verschiedenen Lebenssituationen Unterstützung finden können, in dem ungeklärte Verhältnisse miteinander getragen und ausgehalten werden. Als wichtiges Zeichen hierfür sehen wir die Zulassung von Geschieden-Wiederverheirateten zu den Sakramenten und die Begleitung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.
- Kirche – und somit auch Kirche der Zukunft - ist politisch und mischt sich weiterhin ein in aktuelle Themen aller Bereiche. Wir wollen das Bewusstsein schärfen für die Bewahrung der Schöpfung, ethische Fragen, Gerechtigkeit und wirtschaftliche Abhängigkeiten. Gerade im Hinblick auf unsere Partnerschaft mit Frauen der Diözese Idah / Nigeria sind wir diesen Themen besonders verpflichtet.
- Kirche der Zukunft lebt die Ökumene. Alle christlichen Konfessionen haben tragende Funktion im Dialog. Ihre Gemeinschaft sollte sich in sichtbaren Zeichen ausdrücken. Ein verstärktes Augenmerk können wir auf die Weltgebetstagsarbeit legen. In einem guten ökumenischen Miteinander begegnen wir Frauen aus anderen Ländern und Kulturen, lernen ihr Selbstverständnis kennen, beten miteinander und tragen ihre Anliegen solidarisch mit.
In der konkreten Umsetzung unseres Leitbildes „leidenschaftlich glauben und leben – kfd ein Ort für Frauen““ werden wir uns mit diesen aktuellen Fragen weiter auseinandersetzen. Wir wollen unseren Teil zu einer Verlebendigung unserer Kirche beitragen, in einen strukturierten Dialog treten und die bewegende Kraft des Glaubens in unserem Leben erfahrbar machen.
|
Aktuelles
Dekanat RhönZwischen Klostermauern und Labyrinth
50 Frauen der kfd Dekanat Rhön unterwegs auf der Suche nach der Oase für das Leben. BundesverbandSymposion der kfd anlässlich des Bischofsworts zur Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft
|